Thema:
Kirchendachwerke im südlichen Landkreis
Nordwestmecklenburg

Diplomarbeit

Fachbereich Bauingenieurwesen

Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung

Fachbereich Bauingenieurwesen

Inhalt

bearbeitet von:
Jan Brielmann u. Torsten Heier

Aufgabenstellung

Methoden

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Stand der Erfassung

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Datierungsversuch

Vertiefung Stadt- und Gebäudesanierung

Betreuer :
Prof. Dr.-Ing. Frank Braun

Jan Brielmann u. Torsten Heier

Historische Baukonstruktionen,
Baugeschichte, Denkmalpflege

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Ergebnisse

Die untersuchten Dachwerke sind mit Ausnahme der Seitenschiffe der Basilika in Groß Salitz als Kehlbalkendächer mit Dachneigungen zwischen 50 und 65° errichtet worden. Eine zusätzliche Aussteifung der Gebinde erfolgte in 25 Fällen durch Kreuzstreben. 4 Objekte enthielten eine Stuhlkonstruktion und 9 ein Hängewerk. Einige dieser Konstruktionen wurden nachträglich eingefügt, so beispielsweise die Hängewerke in Cramon und Pokrent. Die Verbindungen der Sparrenpaare im Firstpunkt sind an 21 Dachwerken als Verblattungen und an 12 Konstruktionen als Scherzapfen ausgebildet. Die Knotenpunkte Kehlbalken / Sparren sind als gerade Blätter, Hakenblätter, Schwalbenschwanzblätter und Verzapfungen ausgeführt. In allen aufgenommenen Dachwerken kamen Abbundzeichen im Querbindersystem mit Seitenunterscheidung zur Anwendung. In 16 Fällen erfolgte die Zählung durch Addition von Strichen oder Zeichen, die bis ins 16. Jahrhundert Anwendung fand. Die Zählung von 16 weiteren Dachwerken erfolgte im „römischen Ziffernsystem“. Als Bauholz kam in 55% der Dachwerke ausschließlich Eichenholz und in weiteren 14% Nadelholz zur Anwendung. In 31% der Konstruktionen wurde sowohl Eichen- als auch Nadelholz verbaut.
Ein weiteres Ergebnis dieser Untersuchung ist die Erkenntnis, dass die Deckenkonstruktionen eher nach den gewünschten Raumabschlüssen gewählt wurden als nach anderen Kriterien und die unterschiedlichen Deckenarten auch über den gesamten betrachteten Zeitraum auftraten. Ihre Eigenschaften können darum nicht zur Datierung herangezogen werden.
Wir kamen zu dem Schluss, dass nur eine möglichst große Anzahl von bereits zeitlich eingeordneten Merkmalen auch die Möglichkeit einer Datierung oder mindestens einer zeitlichen Einordnung der Dachwerke zulässt.
Die Bestätigung der Ergebnisse unserer Auswertung mit der Datierung durch dendrochronologische Untersuchungen war angestrebt. Da die Datierung der Hölzer durch das Ordinariat für Holzbiologie der Universität Hamburg erfolgt und diese  zum Zeitpunkt der Auswertung nicht abgeschlossen war, konnten deren Ergebnisse in diese Arbeit nicht mehr einfließen.
Aus unseren Erkenntnissen lassen sich Rückschlüsse auf die Baugeschichte der Kirchen und die sakrale Bautätigkeit im nordwestlichen Mecklenburg ziehen. Unsere Arbeit stellt daher in Verbindung mit anderen Arbeiten einen Beitrag zur Baugeschichte sakraler Bauten in Mecklenburg dar.